Freitag, 20. Juli 2018

Über die Präzision Gottes


In meinen 33 Jahre des christlichen Gläubigseins habe ich viele Male erlebt, wie unglaublich präzise die Führungen und Fügungen Gottes sein können. Hier jetzt mal ein aktuelleres - von mir so gedeutetes - Beispiel.

Jüngst war ich in Düsseldorf, meiner Wohnstadt , unterwegs, als ich plötzlich laut einen älteren Mann zu seiner Frau sagen hörte: „Also heute will ich um 6 Uhr (gemeint war 18 Uhr) zuhause sein!“ 
    Dies drang so intensiv an mein Ohr, dass ich mich unwillkürlich fragte, ob dies nicht ein dezenter Hinweis von oben für mich war, mal früher als sonst üblich nach Hause zu fahren.
     Und in der Tat. Kurz nach 17 Uhr war ich durch die Hitze und angeschlagener Gesundheit so geschafft, dass ich beschloss mein Unterwegssein zu beenden und den Heimweg anzutreten. 

 Nun ist dies aber gerade auch die Zeit, wo die meisten U-Bahnen recht voll besetzt sind. So ließ ich erst zwei U-Bahnen sausen,  wechselte dann genervt auf einen anderen Bahnsteig und stieg dort in eine Bahn. 
    Nach zwei Stationen war es mir zu stickig, ich stieg aus und sah einen Bus an einer Haltestelle stehen. Eigentlich zu weit entfernt, um ihn noch zu erreichen. Aber das ich hatte Glück. Das Einsteigen verzögerte sich und so kam ich noch rechtzeitig hin. Der Bus fuhr dann bis in die Nähe meiner Wohnung.
     In all dem Durcheinander hatte ich schon längst nicht mehr auf die Zeit geachtet. Dachte auch nicht mehr an die Bemerkung des Mannes mit den 18 Uhr. Ich war noch acht Stufen von der Wohnungstür meiner Dachgeschosswohnung entfernt, als plötzlich die Kirchturmuhr zu schlagen begann. Schlag 6, also Punkt 18 Uhr, steckte mein Schlüssel in der Wohnungstüre. 

 Ja, und? Mag jetzt mancher denken. Ein schöner Zufall! Ein Zufall? Ich denke nicht. Sondern - aus meiner Sicht – doch eher eine Demonstration Gottes, mich punktgenau ans Ziel bringen zu können, auch wenn ich zwischendurch den Faden mal verliere. Zur Verdeutlichung … wenn wir sagen: „Ich bin um 18 Uhr zuhause“, dann meinen wir ungefähr 18 Uhr, plus oder minus 5 -10 Minuten … im vorliegenden Beispiel war es auf die Sekunde genau 18 Uhr
    Ist ja alles schön und gut, höre ich wiederum jemanden sagen. Aber was spielt das für eine Rolle, ob du fünf Minuten vor oder nach 18 Uhr nach Hause gekommen wärest?

     Zugegeben, im vorliegenden Fall hat es keine große Rolle gespielt. Aber manchmal kommt es tatsächlich auf die Sekunde an: Das Wunder von Wien (hier anclicken)

Montag, 2. Juli 2018

Der Mensch denkt und Gott lenkt


Meine neue Wohnung im schönen Stadtteil Unterbach nahe an einem bekannten See entpuppte sich als ein wahrer Glücksgriff. Das Vermieterehepaar im Erdgeschoß erwies sich als als ausgesprochen freundlich und vertrauensvoll, kontrollierte mich aber nicht. Meine möblierte Wohnung im ersten Stock war gut geschnitten und vollkommen ausreichend für meine Bedürfnisse. Über mir im Dachgeschoß wohnte noch ein ehemaliger Kapitän, den ich aber nie zu Gesicht bekam.
   Also man hätte wirklich denken können, dass es jemand wirklich gut mir gemeint hatte. Aber natürlich kam mir dieser Gedanke nicht. Trotz der ungewöhnlichen Begleitumstände sortierte ich es unter "Glück gehabt!" ein. 
     Eigentlich hätte ich nun recht zufrieden sein können.  In meinem Studium war ich schon weit vorangeschritten. Mitte des kommenden Jahres wollte ich meine Diplomarbeit anmelden. Und danach würde ich irgendwo in einer sozialen Einrichtung in Düsseldorf eine Anerkennungsjahr verrichten. So der grobe Plan. Aber wie heißt es so schön: Der Mensch denkt, und Gott lenkt!

Ich hatte während meines Studiums sehr intensiv Turnierschach gespielt, und da durchaus gewisse Erfolge zu verzeichnen gehabt. Zwischenzeitlich hatte ich sogar mal überlegt, ob ich es nicht vielleicht zu meinem Beruf machen sollte. Aber da hätte es mehr Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin erfordert, und so hatte ich diesen Gedanken abgehakt. 
    Im Grunde war ich der ganzen Sache auch schon überdrüssig geworden, als ich gegen jemanden eine Partie verlor, der im Grunde genommen hätte chancenlos  sein müssen. Aber er spielte gut und vermasselte mir dadurch den Turniersieg. 
   Ich hatte vorher schon einige Male ans Aufhören gedacht, aber nun war der Punkt für mich erreicht, es auch zu tun. Ich meldete mich aus meinem Verein ab und nahm auch an keinen sonstigen Turnieren mehr teil.

Heute denke ich, dass diese unerwartete Niederlage kein Zufall war. Die durch sie ausgelöste Reaktion gehörte - so jedenfalls sehe ich das - zu einem größeren Plan. Ein Weg war an sein Ende gekommen.
   Fast zeitgleich war eine "Werther-Geschichte", die ich hier nicht näher erläutern möchte, an ihr Ende gekommen. Vielleicht war ich ihr gegenüber zu zögerlich gewesen, hatte zu viel Respekt vor einer de forma bestehende Beziehung gehabt ... den richtigen Zeitpunkt verpasst!?
   Nun, jedenfalls hatten sich unsere Wege umständehalber getrennt. Und an der Sache hatte ich wirklich etwas zu kauen. Ob ich jemals wieder so einen Menschen treffen würde, mit dem ich mich so gut verstehen würde?

Ich war also in keiner guten Stimmung, als der Sylvesterabend 1984 kam. Gegen Mitternacht saß ich in meinem Sessel zuhause und hörte das Zischen uns Knallen der Feuerwerkskörper. Und im Sekundentakt wurde meine Stube immer wieder erhellt. Aber ich war zu tief in meine eigene Gedankenwelt eingetaucht, um davon groß etwas mitzubekommen. 
    Als dann draußen wieder Ruhe einkehrte, stand meine Entscheidung fest: Ich werde mir eine Auszeit nehmen und einmal gründlich über mein Leben nachdenken

Vorheriger Abschnitt: Wenn im Zufall die Fügung erkennbar wird